Lesetipp: Wolfgang Ullrich über die Bilder der Kapitolbesetzung

In einem aktuellen Beitrag für den Bayerischen Rundfunk über die Erstürmung des US-Kapitols durch Trump-Anhänger hat Wolfgang Ullrich folgende, wie ich finde ziemlich geniale Beobachtung gemacht:

Vor lauter Begeisterung darüber, bei einer Revolution dabei zu sein, ist man von Anfang an so eifrig mit ihrer Dokumentation und mit dem Sammeln von Erinnerungsstücken beschäftigt, dass diese Revolution letztlich gar nicht mehr richtig stattfindet. Die Leute nehmen die Haltung von Veteranen oder von Geschichtstouristen ein, noch bevor die eigentliche Schlacht geschlagen ist.

Dies mag dazu verleiten, die Gefahr zu unterschätzen. Ullrich warnt davor, dass Protestler, die als Digital Natives mit Plattformen wie TikTok aufwachsen, nicht mehr vor diesem Problem stehen könnten. Er schreibt:

Sie werden darauf achten, dass bei einem nächsten Mal oder einem anderen Anlass vor Ort alles gut genug organisiert ist, um die vorhandenen Kräfte zu bündeln und um den online vorbereiteten Plot auch komplett umzusetzen.

Außerdem wird es schon bald mehr digital natives unter den Demonstranten geben […] Ihnen aber wird es keine Probleme mehr bereiten, gleichzeitig zu putschen und Bilder vom Putsch zu machen. Denn ihr Leben findet ohnehin fast durchwegs mit Kamera in der Hand statt

Mehr dazu im verlinkten Artikel sowie einem Interview mit Ullrich beim SWR.

Author: Dr. Mario Donick

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