Tagebuch

Die Balance zwischen Kontrolle und Loslassen (Teil II)

Seit dem ersten Teil dieser Artikelreihe zum Thema Kontrolle und Loslassen ist schon wieder viel Zeit verstrichen. Eigentlich wollte ich in diesem zweiten Teil die Flug-Metapher aus Teil eins jetzt auf berufliche Kommunikationssituationen anwenden, aber vorher will ich doch noch auf etwas anderes hinweisen. Das Loslassen der Arbeit insgesamt.

Die letzten zwei Monate waren sehr arbeitsintensiv, insbesondere, was das Schreiben angeht. Erstens hatte ich im Juli mein nächstes Buch fertiggestellt, das ich diesmal auch noch selbst layoutet habe (weil ich wegen des Themas — Computerspiele — statt der Standardvorlage des Verlags gerne etwas Zweispaltiges und Buntes haben wollte). Dieser Satzprozess (mit der Software Scribus) hat fast einen Monat gedauert, weil ich mich auch inhaltlich nicht ganz lösen konnte. Immerzu gab es noch kleine Ergänzungen, obwohl es eigentlich längst vollständig war. Und eigentlich hätte ich noch lange so weitermachen können. Nach der Abgabe fiel ich in dieses „Loch“, das eigentlich bedeuten könnte: Endlich mal Entspannung, aber mir drängt sich eher die Frage: „Was als nächstes?“ auf.

Glücklicherweise kam darauf schnell eine Antwort, in Form eines ziemlich spontanen GameStar-Sonderhefts über den neuen Microsoft Flight Simulator (dessen Veröffentlichung am 18.08. ebenfalls sehr kurzfristig war). Innerhalb weniger Wochen haben wir dieses Projekt fertiggestellt, und das Heft enthält allein über 40 eng bedruckte Seiten von mir. Das war viel Schreiben und Ausprobieren — gut, dass ich dank Urlaub genug Zeit dafür hatte 😉 Die Zeitschrift ist seit Freitag erhältlich und insgesamt bin ich sehr zufrieden damit. Doch wieder war ich noch Tage nach Abgabe der Artikel irgendwie „grundnervös“ und es hat ziemlich lange gedauert, bis ich langsam runtergekommen bin. Das ist immer so nach dem Beenden eines größeren Schreibprojekts, und diesmal gab es eben gleich zwei nacheinander.

Das gedankliche Loslassen fiel mir also schwer. Und damit auch die Konzentration auf andere Dinge. Eigentlich fühle ich mich erst seit heute wieder entspannt — seit ich heute wieder fliegen war, mit dieser für mich paradoxen Mischung aus Freiheit und Reminiszenzen an frühere Flugangst-Zeiten, die sich wieder in dem Drang äußert, das Flugzeug viel stärker kontrollieren zu wollen als nötig, wenn es wegen Thermik oder Turbulenzen hoch- und runter hüpft, oder sich zur Seite neigt. Dieses Einlassen auf diese Bewegungen, das entspannte Zurücklehnen, muss ich nach zwei Monaten Flugpause immer wieder erst bewusst zulassen — durch Loslassen.

Dies soweit. Im nächsten Teil dann endlich die Übertragung auf das Kommunikationsthema.

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