Tagebuch

Laptop, Internet und Yogamatte gehen jetzt auch bei mir gemeinsame Wege

Nun ist der Yoga also auch im digitalen Zeitalter angekommen.

Online-Yoga,

  • live,
  • ohne Aufzeichnung,
  • zu einer festen Zeit,
  • in einer kleinen geschützten Gruppe,
  • die vor dem Kursstart miteinander schnattert,
  • mit einer Lehrenden, die schaut, ob die Teilnehmenden die Übungen korrekt ausführen und auf sie eingeht, wenn sie Anleitung brauchen, oder die Handgelenke vom herabschauenden Hund schmerzen,
  • eine tolle Gruppe, die gemeinsam Mantras singt und sich berühren lässt, wenn ich als Lehrenden Gitarre spiele,

schafft Gemeinschaftsgefühl, Nähe und Entspannung über den digitalen Raum.

Der Yoga lebt von der Persönlichkeit der Yogalehrenden und dem Vertrauen, das die Teilnehmenden sich selbst und auch dem/der Yogalehrenden entgegenbringen. Immerhin sind die Entspannung von Körper und Geist wichtige Ziele des Yoga und für viele initial der Grund mindestens einmal pro Woche ins Yoga-Studio zu gehen. Aus diesem Grund ist die Beziehung zwischen Teilnehmenden und Yogalehrenden zwar nicht unbedingt eine private, aber doch eine persönliche.

Nun konnten wir eine Zeit lang nicht analog zusammen Yoga machen. Ich und viele andere Yogalehrende boten ihre Kurse gezwungenermaßen online an.

Wie kann das digital funktionieren mit der Persönlichkeit?

Für mich funktioniert das sehr gut. Ich habe so viel Emotion, Herzwärme und Sensitivität zum Weitertransport über Zoom in mir, dass ebenso herzwarme Menschen tiefe Entspannung und Heilung in meinen Online-Kursen finden.

Viele berichten, dass sie zu Hause tiefer entspannen können und auch länger, weil sie nicht noch nach Hause fahren und dort wieder ankommen müssen. Sie können nach der Yoga-Praxis gleich in Meditations- und Rumlümmel-Stimmung verweilen, Körper und Geist so länger und nachhaltiger regenerieren und spüren die Effekte dieser Erholungsphase über Tage.

Andere berichten, dass es ihnen schwerer fällt zu Hause zur Ruhe zu kommen, weil das Abschalten schwerer fällt als im Yoga-Studio-Kontext.

Ganz klassische klassische und operante Konditionierungen, die wir zu festen Verhaltens-, Denk- und Glaubensmustern haben heranreifen lassen. Das Zu Hause ist (noch) mit Denken und Arbeiten verbunden, weil wir von der Arbeit nicht abschalten können und das obwohl der Arbeitsort in der Regel ein anderer ist.

‚Zu Hause‘ sollte DER Rückzugsort, der Ort der Regeneration und Entspannung sein. Wer zu Hause geistig und körperlich nicht zur Ruhe kommt, kann nicht regenerieren und baut mit der Zeit chronische körperliche und geistige Anspannungen auf, die Körper und Geist, zusätzlich zum Alltags-Input, unter Druck setzen und in der Summe und auf Dauer krank machen.

Im Yoga sagt man zur Verbildlichung der Gedanken, welche z.B. auch zu Hause noch um die Arbeit kreisen und uns nicht abschalten lassen, gerne: ‚die Affen im Kopf, welche von Schaukel zu Schaukel springen, geben keine Ruhe‘ oder ‚the monkey mind‘.

Ich gehörte auch in diese Kategorie. Wenn mein Stresslevel hoch genug ist, gehöre ich auch nach wie vor immer wieder mal in diese Kategorie, so auch im Shutdown-Home Office.

Ich habe über viele Jahre, mich konsequent beobachtend, Strategien entwickelt, die mich bei der Trennung von Arbeit und Freizeit unterstützen. Ich beobachte weiter sehr genau, wann und wie meine geliebten Neuronen, auf der Grundlage des Leistungsgedankens, der Annahme das Arbeit irgendwie was Anstrengendes ist und mit ein bisschen Sorge im Nacken, wieder neue Türen in den Stress aufmachen. Ich beobachte und entscheide auch was mein Körper und mein Geist dann brauchen. Ich arbeite mit neuen gesunden Routinen, vor allem regelmäßiger Meditation, verschiedenen wohltuenden Reizen, z.B. durch ätherische Öle und Affirmationen so liebevoll, wertschätzend, erlaubend, geduldig und nährend wie (mit Stresslevel eben) möglich gegen den Stress und seine eigentlichen Ursachen an.

Online-Yoga ist für solche Beobachtungen eine ideale Gelegenheit. Es bietet eine riesige Chance gesunde Verhaltens- und Denkweisen in den Alltag, in die ‚zu Hause-Routinen‘ einzubauen und zu lernen, Gedanken über die Arbeit so in den Griff zu bekommen, dass sie die eigentlichen Erholungsphasen nicht stören.

Ich freu mich sehr, neben einigen Präsenzkursen, auch online weiterzumachen. Ich freue mich riesig auf meine Teilnehmenden von überall her; aus Magdeburg, aus der Hauptstadt und ganz verschiedenen Orten in Norddeutschland und sogar der Schweiz.

Damit unser aller Augen von der vielen Bildschirmarbeit nicht noch weiter ermüden, habe ich auch immer wieder Übungen zur Reinigung, Kräftigung und Entspannung der Augen dabei, die jede/r Home-Office- oder Digitalisierungsgeplagte super auch in den Alltag integrieren kann… 

1 Kommentar zu “Laptop, Internet und Yogamatte gehen jetzt auch bei mir gemeinsame Wege

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