Musik

Musikalische Vielfalt im Digitalen Zeitalter – bestens dargeboten von der Band „The 1975“

Die Band „The 1975“ aus Manchester hat bisher drei Alben herausgebracht, die in Großbritannien und den USA Top-Platzierungen erreichten. Die Musikkritiker waren sich in ihren Bewertungen bisher sehr uneins, was die musikalische Qualität der Band betrifft. Das neueste Album „A brief inquiry into online relationships“ ließ jedoch einige Kritiker die Höchstnoten zücken.  

Vor kurzem habe ich im Fernsehen den Auftritt von „The 1975“ bei „Rock am Ring“ gesehen. Ich kannte bisher nur den Namen der Band, ohne einen einzigen Song gehört zu haben. Sofort war ich elektrisiert von diesen Retro-Pop-Songs und dem unglaublich leidenschaftlichen und exaltierten Sänger Matthew Healy, der teilweise in seiner Attitüde ähnlich wie Michael Jackson auf der Bühne agierte.

Bei „The 1975“ ist einiges anders als bei anderen Bands. Sie beginnen zum Beispiel jedes ihrer Alben mit demselben Intro, das nur jeweils musikalisch etwas anders umgesetzt ist. Das Besondere bei ihnen ist jedoch, dass sie brillant fast alle musikalischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte auf ihren Alben, manchmal sogar in den einzelnen Songs selbst mischen – in der Medientheorie würde man von Intermedialität sprechen, wenn ein Medium in ein anderes integriert wird bzw. in einem anderen aufgeht.

Es gibt luftige, wunderschöne, melodische Pop-Nummern zu hören, die an die 1980er Jahre, teilweise auch an die 1970er Jahre erinnern, so wie das tolle „It`s not living (if it`s not with you)“ oder „The Sound“. Auf den Platten finden sich R `n` B Songs oder Soulnummern, die an Prince, Michael Jackson oder Boyz II Men erinnern. Dann wiederum werden die Hörer*innen in sphärische Klangwelten á la Radiohead entführt. Andere Songs erinnern an Joy Division, New Order, The Police („Paris“) oder Dave Gahan („Inside your mind“). Jazz („Mine“) und Electronica („How to draw / Petrichor“) sind weitere Genres, derer sich “The 1975” bedienen.

Die Songs sind auf höchstem Niveau produziert und in ihrer Vielseitigkeit machen sie einfach Spaß, weil eigene musikalische Erinnerungen wieder zum Leben erweckt werden. Und immer wenn man denkt, dass man es mit einem simplen Pop-Album zu tun hat, erwartet einen ein nächster überraschender Song, der stilistisch in eine ganz andere Richtung geht. Nicht jeder Song ist gleich gut; aber in ihrer Vielseitigkeit hat die Band ihren eigenen Stil kreiert.

Der Sound verweist darauf, dass es heutzutage möglich ist, durch den ständigen Zugang zu Millionen von Songs auf Youtube und bei verschiedenen Streamingdiensten in relativ kurzer Zeit Musik aus verschiedenen Jahrzehnten zu erschließen. „The 1975“ kopieren jedoch nicht einfach, sondern machen moderne, ehrliche und lässige Musik im digitalen Zeitalter. Das lässt hoffen!

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