Medienschau

7 aus dem Strom: KW24/25

Forschung und Diskussionen zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, veränderter Mediennutzung oder neuen technologischen Entwicklungen wirken wie ein endloser Strom mit vielen Abzweigungen. Regelmäßig verlinken wir sieben besonders interessante Neuigkeiten.

Der Kulturwissenschaftler und Autor Wolfgang Ullrich verlinkt zwei Beiträge von sich zum Thema Konsumverzicht und „Fridays for Future“. Insbesondere das Interview, das Ullrich der Deutschen Welle gab, ist lesenswert. Ullrich darin über das heute nötige Abwägen unterschiedlicher Interessen: „Ich muss persönlich immer wieder neu entscheiden, ob ich ein ökologisches Interesse habe, ein soziales oder strukturelles.“ Dies verursache Unsicherheit und das frustriere. Ullrich fragt, ob nicht sogar Unternehmen selbst Anreize setzen könnten, damit Konsumenten umweltbewusstere Entscheidungen treffen: „Stellen Sie sich vor, das nächste iPhone, das auf den Markt kommt, gibt es nicht einfach nur gegen Geld, sondern das bekommt nur jemand, der nachweisen kann, dass er die letzten zwei Jahre nicht geflogen ist oder 20 Stunden Umweltarbeit in seiner Gemeinde geleistet hat.“ Dies, so Ullrich, wäre ein viel stärkeres Statussymbol als würde man einfach nur viel Geld bezahlen.


Bekanntlich ist der Philosoph Jürgen Habermas 90 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Geburtstags fragt heise-Online-Autor Detlef Borchers: „Wo sind eigentlich [Habermas‘] Reflexionen zur künstlichen Intelligenz“? In Texten und Reden Habermas‘ findet Borchers einige Antworten, wenngleich diese sich eher mit Digitalisierung allgemein befassen.


Künstliche Intelligenz in Form von Robotern und Androiden ist schon lange Thema in der Literatur. Ian McEwans neuer Roman „Maschinen wie ich“ verlegt das Thema in ein kontrafaktisches Großbritannien der 1980er Jahre, in dem Alan Turing noch lebt wodurch es große Forschung in der KI-Forschung gab. Eine Rezension aus Sicht eines Physikers und Philosophen gibt Lars Jaeger in seinem Blog bei spektrum.de. Jaeger hebt hervor, dass McEwan sich „wissenschaftlich auf der Höhe der Zeit“ befinde. Eine andere Perspektive nimmt Ulrike Baureithel im aktuellen Freitag ein (Ausgabe 25, 20.06.2019). Unter dem Stichwort „Maschinentraurigkeit“ fragt sie, ob Menschen „Sex mit Robotern haben [sollten]“ und was das bedeutet. Daneben übt die Rezensentin vorsichtige Kritik an langen „Monologe[n] [Turings], in denen die Geschichte der Informatik ebenso ausschweifend eingefangen wird wie [Turings] eigene“. Diese Monologe, so Baureithel, „drohen an manchen Stellen die Erzählform zu strangulieren“.


Dass es nach wie vor viel weniger Frauen in der Informatik gibt als Männer, und dass sich diese Lücke bei gleichbleibender Entwicklung wohl erst in 100 Jahren schließen wird, ist Thema einer Nachricht in der New York Times. Die Zeitung berichtet über eine Studie, in der 2,87 Millionen wissenschaftliche Publikationen der Jahre 1970 bis 2018 untersucht wurden; die Daten erhielten die Autor*innen der Studie von der dblp-Bibliographie, die an der Universität Trier gehostet wird.


In der Süddeutschen Zeitung widmet sich Nicole Grün der Befristung wissenschaftlichen Personals. Maßgeblich ausgelöst durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, sind Kettenbefristungen, kürzeste Vertragslaufzeiten von manchmal nur drei Monaten, das Hangeln von einem Projektantrag zum nächsten sowie Nebenjobs die Regel für sehr viele jüngere Wissenschaftler*innen, die die 40 noch nicht überschritten haben. Frauen sind zusätzlich benachteiligt, wenn sie Kinder bekommen wollen.


Schwarzes Loch in M87. (Bildnachweis: Wikipedia)

Vor zwei Monaten wurde die erste Abbildung eines ‚echten‘ sogenannten Schwarzen Lochs veröffentlicht. Eine neue Folge des AstroGeo-Podcasts diskutiert nun die Frage, wie die Abbildungen (es waren eigentlich mehrere, und es waren keine Fotos, wie schon im April Frank Wunderlich-Pfeiffer bei golem.de betonte) zustande kamen und welche Bedeutung es hat.


Immer mal wieder finden Raumsonden Spuren von Methan auf dem Mars. Zuletzt gelang das dem Mars-Rover Curiosity der NASA, wie die New York Times berichtet. Unklar ist, ob die Messungen alte Methaneinschlüsse sind, die aus wärmeren Tagen des Planeten stammen und durch Felsen freigesetzt werden, ob das Methan gar womöglich Produkt kleiner Mikroben ist — oder doch nur ein Messfehler.

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